Appenzell – sönd wöllkomm!

Der Wetterfrosch verspricht ein sonniges Novemberwochenende. Perfekt also für den Besuch einer weiteren Kantonshauptstadt. Oder sind es zwei? Appenzell besteht aus den Halbkantonen Ausserhoden und Innerhoden.

Nicht (mehr) bewusst ist mir, dass in der Kantonsverfassung von Appenzell Ausserhoden gar kein Hauptort bezeichnet ist. Herisau ist Sitz des Kantonsparlaments, der Kantonsregierung und der Kantonspolizei. Das Kantonsgericht hingegen befindet sich in Trogen.

Umfangreiche Informationen zur Region stellt Appenzellerland Tourismus zur Verfügung.


Appenzell (Appenzell Innerrhoden)

 Es ist nicht mein erster Besuch in Appenzell, dem Dorf auf 780 m ü. M. am Fusse des Alpsteinmassivs. Ich mag Appenzell, für mich hat es etwas Urchiges mit viel Brauchtum und Tradition. Auffällig sind die grossen, wunderschön bemalten Häuser in allen Farben.

Ein Bummel durch die schmucken Gassen macht Spass. Dazu gehört ein Besuch im Verkaufsladen der Brauerei Locher, bekannt vor allem für das Quöllfrisch. Doch die Auswahl an Bier überrascht mich immer wieder, besonders weil ständig neue Kreationen in den Regalen stehen. Angeschlossen ist zudem ein kleines Museum.

Ebenfalls liebe ich die Flauderei. Die Produkte der Goba Manufaktur sind im Laden in der Hauptgasse sehr dekorativ präsentiert. Es ist eine gelungene Mischung aus Shop und Café, ein Ort zum Stöbern und Verweilen.

Alljährlich am letzten Sonntag im April versammeln sich die stimmberechtigten Frauen und Männer auf dem Landsgemeindeplatz. Abgestimmt wird durch Hochhalten der rechten Hand. Passend dazu verkaufen die lokalen Bäckereien (inzwischen ganzjährig) Landsgemeindechrempfli. Die Auswahl an Spezialitäten ist sowieso riesig in Appenzell. Von Käse über Wurstwaren bis hin zu Biber und Alpenbitter, die Geschäfte sind voll davon.

Positiv fällt auf, dass noch traditionelle Handwerksbetriebe anzutreffen sind. Die hübschen Schaufenster machen Window-Shopping sowohl am Tag als auch nach Ladenschluss zu einem Vergnügen. Überhaupt ist das ganze Dorf eine Augenweide.

Übernachten
– Gut geschlafen habe ich im Hotel Löwen mitten im Zentrum

Essen
– Empfohlen wurde mir Gass 17, da ist jedoch ohne Reservation nichts zu machen.
– Im Restaurant Sonne (mit Biergarten) werden traditionelle Gerichte serviert.


Appenzeller Rundweg

Für einen gemütlichen Spaziergang folge ich den Wegweiser mit der Nummer 992. Der Appenzeller Rundweg scheint besonders am Sonntagmorgen äusserst beliebt zu sein. Die Aussicht über die hügelige Landschaft mit friedlich grasenden Kühen ist zauberhaft.


Fensterplatz in der Appenzeller Bahn

Cool ist die Fensterplatz-App der Appenzeller Bahn. GPS-basiert bekomme ich spannende Geschichten zu verschiedenen Themen direkt auf den Kopfhörer. Kurzweiliger kann eine Zugfahrt kaum sein.

App sei Dank, kenne ich nun Gidio Hosestoss, der an seinem gestohlenen Leckerli elendiglich erstickt ist und für den es jeweils an der Fasnacht einen Trauerumzug in Herisau und Waldstatt gibt. Dann wird der arme Kerl auch noch verbrannt. In Waldstatt variiert seine Todesursache allerdings von Jahr zu Jahr.


Ausflug zum weltberühmten Aescher

Wer kennt ihn nicht, den Aescher, Social Media sei Dank. Oder ist es eher ein Fluch? Einst war das Berggasthaus Äscher-Wildkirchli ein Geheimtipp. Doch spätestens als der Aescher 2015 das Cover des National Geographic-Magazins zierte, da war es vorbei mit der Ruhe im Alpstein.

Nun, an diesem prächtigen und überraschend warmen Herbsttag im November, hält sich der Ansturm zum Glück in Grenzen. So macht der Trip zum Aescher mit dem Wildkirchli und den Höhlen Spass. Selbst einen freien Tisch kann ich um die Mittagszeit ergattern.

Aescher
Wildkirchli

Die Gegend ist bildschön und der Ausflug lässt sich prima mit verschiedenen Wanderungen kombinieren. Der kürzeste Weg führt von der Ebenalp (Luftseilbahn) zum Wildkirchli/Aescher. Vom Bergrestaurant Ebenalp schweift mein Blick in die Berge. So erblicke ich den Säntis und da werden Erinnerungen wach an eine eindrückliche Wanderung in meiner Kindheit.


Fö di Fotege – Appenzeller Dialekt

Soweit so gut. Zum Abschluss ein paar Ausdrücke aus dem Appenzeller Dialekt „speziöll fö di Fotege“ (speziell für die Fremden). Teilweise verstehe ich „wölzgott“ nur Bahnhof. „No en blätsch anderi“ Ausdrücke sind auf auf der Website von Appenzellerland zu finden.


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