Azoren – Mountainbike Reise auf der Insel São Miguel

Titelbild Azoren

Azoren, wo genau sind die schon wieder? Kaum jemand kann auf Anhieb sagen, zu welchem Land die Inselgruppe im Atlantik gehört. Der portugiesische Archipel besteht aus 9 Inseln. Ich bereise die Hauptinsel mit dem Mountainbike und kann mich nicht sattsehen an der Postkarten-Idylle. Kuhweiden, Dschungel, schwarze Strände, Vulkankrater und Lagunen sowie eine eindrückliche Flora prägen das Bild. Die Azoren sind definitiv ein Geheimtipp.

Hinweis: Der Trip wurde organisiert von Bike Adventure Tours. Dieser Beitrag ist aus einer privaten Reise entstanden und diese wurde weder finanziert noch gesponsert. Meine Begeisterung ist also garantiert echt.

Die Highlights einer unvergesslichen Reise:

Morgenspaziergang im Terranostra Garten

Die ersten zwei Tage verbringen wir im Hotel Terranostra in Furnas. Zur Anlage gehört ein riesiges Thermalwasserbecken sowie ein wunderschöner Park. Ich bin früh wach, wohl wegen der Zeitverschiebung, und entschliesse mich zu einem Spaziergang durch den Garten. Dabei flippe ich schier aus, so unglaublich schön ist es hier und ich geniesse ganz alleine die fantastische Natur. Zurück beim Teich treffe ich auf einige meiner Reisegefährten. Diese nutzen die frühe Morgenstunde für ein Bad im Thermalbad, zwangsläufig nackt, denn unser Gepäck ist unterwegs verloren gegangen und hat den Weg auf die Azoren noch nicht gefunden.

Nach dem Frühstück sitze ich auf dem Balkon, lausche dem Zwitschern der Vögel und beobachte das spannende Wetter. Von links kommt wie eine Wand die Regenfront, rechts ist der Himmel noch blau. Kurz darauf überspannt ein leuchtender Regenbogen das Gelände. Was für ein fulminanter Start in unser Abenteuer.


Hortensien so weit das Auge reicht

Im Juli und August stehen die Hortensien auf den Azoren in voller Blüte. Dann säumen überall kilometerlange Hecken die Strassen und tauchen die Insel in Blau. Gerade mit dem Fahrrad ist dies ein speziell schönes Erlebnis.


Kirchen auf den Azoren

Kirchen, überall Kirchen. Der Baustil ist auf der ganzen Insel konsequent durchgezogen und die Gotteshäuser sind extrem fotogen und hübsch anzuschauen.


Die Legende vom grünen und blauen Kratersee

Blaue und grüne Lagune
Es gibt verschiedene Sagen dazu. Mir gefällt diese der zwei Verliebten:

Eine Prinzessin musste sich von ihrem Geliebten, einem armen Hirten trennen, um einen Mann, den ihr Vater für sie ausgewählt hatte, zu ehelichen. Sie trafen und küssten einander ein letztes Mal dort, wo sich heute beide Seen berühren. Aus ihren Abschiedstränen entstanden die beiden Seen: der blaue aus den Tränen der blauen Augen der Prinzessin und der grüne aus den grünen Augen des Hirten. (Quelle: wikipedia)

Die weniger romantische Erklärung für die unterschiedlichen Farben der Seen ist die Lichtreflexion.


Radeln auf dem Azorenhoch

Unterwegs auf unseren Mountainbikes durchqueren wir Märchenwälder, umrunden Kraterseen, cruisen auf der Küstenstrasse und befahren Vulkankreten. Wir kehren in Fischerdörfchen zum Lunch ein, erklimmen viele Höhenmeter und bei knackigen Downhills schiesst Adrenalin in unser Blut.


Schöner Wohnen im Kloster – Vila Franca

Das Hotel Convento de São Francisco befindet sich in einem ehemaligen Kloster aus dem 16. Jahrhundert. Für mich ist diese Übernachtung ein ganz besonderes Erlebnis. Da war ein Designer mit einem guten Händchen und viel Leidenschaft am Werk. Es herrscht eine einzigartige Atmosphäre und die Kirchenmusik aus dem Lautsprecher verursacht Gänsehaut bei mir. Lange sitze ich auf der Sonnenterrasse mit Blick auf das Meer und tanke Kraft und Energie.


Entschleunigung in Povoação

Povoação liegt im Osten der Insel und da gönne ich mir einen Tag Pause vom Radeln. Ich nutze die Zeit für einen langen Spaziergang am Meer und erklimme eine sehr steile Strasse hoch zu einem Aussichtspunkt, der sich dann als Friedhof entpuppt. Später sitze ich ewig lang auf der warmen Hafenmauer und geniesse die zauberhafte Stimmung. Die Zeit reicht für ein Bad im Meer und der Atlantik ist zum Glück weniger kalt als befürchtet.


Auf der Flagge der Azoren befindet sich ein goldener Habicht, von dessen portugiesischen Bezeichnung Açor, sich der Name der Inseln ableitet.

Allerdings ist dies offenbar ein Fehler. Die Seeleute, die den Inseln ihren Namen gaben, hatten eigentlich Mäusebussarde auf den Inseln vorgefunden und diese mit Habichten verwechselt.


Eine Landschaft die begeistert

Die Insel São Miguel betört mit einer üppigen Vegetation und einer wilden unberührten Vulkanlandschaft. Die farbigen Blumen und das viele Grün bilden einen wunderbaren Kontrast zum Schwarz der Lava. Es ist ein kleines Paradies, inmitten des Atlantischen Ozeans, 1’200 km entfernt von Lissabon.


Ponta Delgada – die Hauptstadt der Azoren

Eine koloniale Altstadt und ein moderner Yachthafen dominieren das Stadtbild. Ponta Delgada ist unaufgeregt und gemütlich. Hier lässt es sich gut verweilen, auch länger als geplant. Ein Streik vom Bodenpersonal der TAP Airlines verhindert unsere Abreise und irgendwie stört mich das ganz und gar nicht.

Sehr überrascht bin ich von der Street-Art Szene in Ponta Delgada. Aus meiner Graffiti-Jagd ist der Beitrag Ponta Delgada (Azoren) überrascht mit Street-Art entstanden.

Nach zwei Streik bedingten Extratagen heisst es dann endgültig Abschied nehmen von der einzigartigen Inselatmosphäre – und das Azorenhoch bringen wir mit in die Schweiz.

14 Kommentare zu “Azoren – Mountainbike Reise auf der Insel São Miguel”

  1. OBRIGADO! Einmal mehr sensationell und mit Leidenschaft geschrieben! Wieso setzt du dich nicht einmal mit dem Globetrotter Magazin in Verbindung? Das ist der Stoff der (Reise)Träume!

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