Ausflug nach Liestal

Liestal hat es nicht gerade einfach, ich suche mir ausgerechnet einen etwas trostlosen stürmischen Sonntag im so gar nicht winterlichen Februar aus für meinen Besuch. Doch der Kantonshauptort im Baselbiet meistert die Herausforderung mit Bravour.

Hier meine persönlichen vier Hot Spots von meinem Kurzbesuch in Liestal.

1 – Liestaler Eiffelturm

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Aussichtsturm auf dem Schleifenberg. Der Turm wird auch als Pendant zum Eiffelturm bezeichnet. Darüber kann man sich streiten, auf jeden Fall ist der Eintrittspreis mit 50 Rappen deutlich günstiger als beim Original in Paris.

Vom Parkplatz/Bushalt „Abzweigung Hersberg“ ist es geschätzt ein Marsch (durch den Wald) von etwa 20 Minuten bis zum Turm. Der Ausflug nach Liestal lässt sich somit wunderbar mit einem Sonntagsspaziergang kombinieren.

Die Aussicht ist toll. Bei dem stürmischen Wetter haben wir die Plattform ganz für uns alleine und wir lassen uns so richtig den Wind um die Ohren pfeifen. Die beim Treppen steigen verbrauchten Kalorien lassen sich anschliessend in der Turmwirtschaft gleich wieder auffüllen. Im Sommer ist hier vermutlich ziemlich Betrieb, die Gartenwirtschaft ist riesig und es gibt auch Grillstellen.

Eiffelturm von Liestal
Der Eiffelturm von Liestal

Um eine Woche verpasst habe ich das Fasnachts-Highlight in Liestal. Der Chienbäse findet jeweils am Sonntagabend nach Aschermittwoch statt. Dabei werden aus Föhrenscheiten (Kiefernholz) gebundene Besen brennend durch die Liestaler Altstadt getragen. Ein Feuerspektakel also.

2 – Durchs Törli ins Stedtli

Früher musste der gesamte Durchgangsverkehr zwischen Basel und Mailand unter dem Tor hindurch. Heute spaziert man durchs Törli und steht mitten in der bezaubernden Altstadt. Zugegebenermassen tanzt da am Sonntagnachmittag nicht gerade der Bär. Dafür kann man ungestört die wunderschönen Fassaden bewundern.

Die Touristeninformation ist sogar am Sonntag geöffnet und befindet sich im Poete-Näscht, einer Kombination aus Antiquariat, Buchhandlung und Museum.

Das Törli
Das „Törli“

Der wichtigste Tag für Liestaler Männer ist der Montag vor Auffahrt. Dann ist Banntag und die Männer (und Kinder) schreiten mit Fahne, Pfeifer und Tambouren die Gemeinde-Grenzen (das Bann) ab. Nicht ganz Unwichtig ist vermutlich der Zwischenhalt in einem Gasthaus.

3 – caffè livro

Wieso steht auf dem Dach der Kantonsbibliothekt «À la»? Weil auf Marcel Prousts Werk  «A la recherche du temps perdu» (auf der Suche nach der verlorenen Zeit) angespielt wird. Darin dreht sich alles um die Erinnerung, die Geschichte, das Gedächtnis und eben auch um das Wissen der Bücher.

Eine Bibliothek die am Sonntag offen ist, wie genial ist das denn! Wir treten ein und das Gebäude ist wirklich sehenswert. Angeblich soll es im caffè livro, vom Kassensturz bestätigt, die besten Kirschstängeli der Schweiz geben. Für mich als Zugerin natürlich unvorstellbar, auf einen Test verzichte ich.

Bibliothek
Die Bibliothek mit einem modernen Café

4 – Weihermätteli

Zum Schluss geht es in die psychiatrische Klinik. Tatsächlich ein tierisches Vergnügen. Der Tierpark lädt ein zu einem Spaziergang und es gibt lustig grunzende Hängebauchschweine, Ziegen, Lamas, Gänse und ein paar weitere Tiere zu bestaunen.

Tierpark Weihermätteli
ein tierischer Spaziergang

Schön isch gsy im Baselbiet.