Madrid – Hitzewelle lässt mich schwitzen

Metro Madrid - Station Plaza de España

Madrid war ursprünglich als Silvesterreise gebucht. Doch aufgrund der Corona-Situation habe ich den Trip umgebucht. Allerdings habe ich dabei nicht überlegt, dass es im Juni heiss sein kann in der Hauptstadt von Spanien, sehr heiss sogar. Grundsätzlich mag ich Sommerhitze, nur bin ich bei Temperaturen über 40 Grad lieber am Meer und nicht in einer Grossstadt im Landesinnern. Aber da kann Madrid nichts dafür, also vamos!

Es ist keine Liebe auf den ersten Blick mit Madrid und mir, doch natürlich entdecke ich ganz viele schöne, unerwartete und spannende Ecken. Die Stadt ist definitiv eine Reise wert, vielleicht nicht unbedingt während einer Hitzewelle.

Hier einige meiner ganz persönlichen Highlights, diese sind nicht zwingend spektakulär, machen für mich aber die Stadt liebenswert. Generelle Infos zu Madrid gibt es zum Beispiel bei esmadrid.com.


El oso y el madroño

Die Statue mit dem Bären und dem Erdbeerbaum ist das Wahrzeichen von Madrid und steht auf dem zentralen Platz „Puerta del Sol“, aktuell eine Grossbaustelle.

Dachterrasse (Circulo de Bellas Artes)

Der Zugang auf die Dachterrasse im Circulo de Bellas Artes kostet Eintritt, aber diese Euros sind gut investiert. Die Aussicht ist atemberaubend und die Stadt liegt mir zu Füssen. Man sitzt gemütlich in der Lounge oder an einem kleinen Bistrotisch, bestellt sich einen Drink und lässt den Panoramablick auf sich wirken. Hier oben erobert Madrid mein Herz und das kühle Lüftchen ist im Sommer auch nicht zu verachten.


Andén 0 – Bahnsteig Null

Hört sich fast an wie bei Harry Potter und ist ähnlich gruselig. Den Bahnsteig Null findet man im 1966 stillgelegten U-Bahnhof Chamberí. Der Bahnhof wurde geschlossen, weil es unmöglich war, den Perron zu verlängern, als die Züge länger wurden.

Der Besuch dieser Geisterstation (Museum) ist eine Zeitreise. Die ursprüngliche Ausstattung von 1919 wurde von den Kassen über das Mobiliar bis zu den Werbeplakaten originalgetreu restauriert. Die Besichtigung ist nur mit einer Führung möglich und diese ist in Spanisch. Dauert aber lediglich eine halbe Stunde und ist auch erträglich ohne Sprachkenntnisse. Alle paar Minuten donnert eine Bahn durch die Station, da versteht man sowieso nichts mehr.

Geöffnet Freitag, Samstag und Sonntag. Der Eintritt ist kostenlos, Reservation empfohlen. (Infos)

Palacio de Cristal (Retiro Park)

Der Glaspalast befindet sich im Parque del Retiro, der grosse Park ist der perfekte Ort, um an einem Sommertag ein paar Stunden unter schattigen Bäumen zu verbringen. Der Palacio erinnert an den Crystal Palace in London und wird für temporäre Ausstellungen genutzt. (Eintritt frei).


Seilbahn ins Nirgendwo (El teleférico)

Für mein Schweizer Hirn muss eine Seilbahn auf einen Berg fahren. In Madrid sehe ich weit und breit keine Erhebung, darum will ich herausfinden, wo mich das teleférico hinführt. Die Fahrt in der altmodischen Kabine ist ein Erlebnis. Zuerst der Blick auf die Skyline der Stadt und dann geht es über eine Landschaft, die mich an Afrika erinnert, in die Casa de Campo (Naherholungsgebiet). Ich freue mich auf ein kühles Bier oder ein Gelati mit Aussicht. Doch was für eine Enttäuschung, bei der „Bergstation“ ist alles geschlossen. Ein Pfad (nicht markiert) führt ein Stück hinunter zum See Lago, da finde ich nette Restaurants und zudem eine Metrostation für den Weg zurück ins Zentrum. Es ist ein empfehlenswerter Ausflug, der Wanderweg ist allerdings voll der Sonne ausgesetzt.


Plaza Olavide

Ich mag die vielen kleinen hübschen Plätze ausserhalb der Touristen Hotspots, diese laden ein für eine Ruhepause. Genau so ein Ort ist die runde Plaza de Olavide im Stadtteil Chamberí, hier fühlt sich Madrid sehr authentisch an. Kneipen mit Tischen unter schattigen Bäumen säumen den Platz. Hübsche Häuser und schön dekorierte Läden verleihen dem Quartier einen speziellen Touch. Da setzt man sich gerne hin, bestellt ein Glas cava (Sekt) und fühlt sich wie ein Madrilene.


Bahnhof Madrid Atocha (Tropengarten)

Als „ÖV-Tante“ interessieren mich Bahnhöfe und da führt in Madrid kein Weg an Atocha vorbei. Der ehemalige Kopfbahnhof wurde stillgelegt und die Halle mit einem Palmengarten ausgestattet. Ein wunderbarer Ort, um einen Moment der Sommerhitze zu entfliehen. Im Neubau geht es hektischer zu und her, da fahren die Hochgeschwindigkeitszüge in alle Ecken des Landes.

Die Zuganschläge in der spanischen Hauptstadt Madrid (Bahnhof Atocha) waren eine Serie von zehn durch islamistische Terroristen ausgelösten Bombenexplosionen am Morgen des 11. März 2004, drei Tage vor den spanischen Parlamentswahlen. 193 Menschen starben und 2051 wurden verletzt, 82 davon schwer. (Quelle: wikipedia)

Bocata de calamares (La Campana)

Ein Tintenfischbrötchen im la Campana zu verspeisen ist ein gesellschaftliches Ereignis und hat eine mehr als hundertjährige Tradition. An einem guten Tag werden bis zu dreitausend bocadillos de calamares verkauft. Es ist ein Kommen und Gehen, es ist laut, eng, unbequem aber lustig. Die Angestellten verständigen sich schreiend.

Kein kulinarisches Highlight, aber ganz sicher ein unvergessliches Erlebnis.



Das Caixa Forum

Ein bemerkenswertes Gebäude, bei dem die Schweizer Architekten Herzog und de Meuron die Hände im Spiel hatten.

(Genutzt als Kulturzentrum)


Lavapiés (Calle Argumosa)

Den mit Abstand beste tinto de verano (Sommerwein) trinke ich in einer Kneipe in Lavapiés. Besonders in der Strasse „calle argumoso“ reiht sich eine Tapas Bar an die nächste, es ist günstig und lebhaft. Nach Feierabend sitzen die jungen Spanier in Gruppen an den Aussentischen und bestellen immer noch eine weitere Runde cerveza. Alle reden gleichzeitig und vor allem laut, genau so, wie es sich in Spanien gehört.

Lavapiés ist ein ehemaliges Arbeiterviertel und gab vielen Migranten ein neues Zuhause. Ein buntes Treiben und eine kleine Streetart-Szene verleihen dem Viertel eine gelassene Atmosphäre.


Madrid Río (am Fluss)

Ich mag Städte am Wasser und da ist Madrid nicht die beste Wahl. Doch immerhin, es gibt den Manzanares, eher ein Bach als ein Fluss, aber überraschend schön. Tolle Brückenbemalungen, Spazier- und Fahrradwege, Cafés, Fitnessgeräte, hier findet man, gerade im Sommer, wohltuende Ruhe und etwas Natur.

Im ehemaligen Schlachthof, ebenfalls am Fluss, befindet sich das Kulturzentrum Matadero, es lohnt sich vorbei zu schauen und nach aktuellen Ausstellungen, Konzerten und weiteren Veranstaltungen Ausschau zu halten.


Hotel with a view (RIU Plaza España)

Die Dachterrasse im RIU Hotel Plaza España ist bestimmt DER Instagram-Spot in Madrid. Die Aussicht ist der Wahnsinn. Warum also nicht da wohnen und den Ausblick schon beim Frühstück geniessen. Mein Zimmer ist im 22. Stock, direkt über dem Pool, der Blick auf die Dächer der Stadt ist zu jeder Tageszeit toll. Ich kann das Hotel nur empfehlen, auch wenn es sehr gross und dadurch unpersönlich ist.


Weitere Ideen für Madrid

- Mit dem Madrid City Tour Bus eine Runde fahren für einen ersten Eindruck
- Eine Flamenco-Show besuchen zum Beispiel im Cardamomo
- Am Sonntag über den El Rastro (Flohmarkt) schlendern
- Bei Salvador Bachiller shoppen und im Dschungel-Café eine Pause einlegen (diverse Filialen)
- Eines der vielen Museen besuchen
- In der Chocolateria San Gines Churros essen und eine Tasse Schokolade trinken
- Zum Frühstück ein Pan con Tomate (Tomatenbrot) bestellen, am besten belegt mit Ibérico-Schinken 
- Das Tagesmenü im Museo del Jamon (Restaurant) ordern

Im letzten Jahr habe ich eine andere spannende Hauptstadt in Europa besucht: Slowenien – mit dem Nachtzug nach Ljubljana.

2 Kommentare zu “Madrid – Hitzewelle lässt mich schwitzen”

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