Psirri – hip und bunt in Athen

Athen - Hausfassade bemalt

„Akropolis adieu“ hat Mireille Mathieu einst gesungen und die Akropolis ist das Erste, was mir einfällt zu Athen. Doch mir ist nicht nach Touristenmassen und Antike. Viel mehr habe ich Lust, durch die schmalen bunten Gassen in Psirri zu schlendern.

Ich will mich verlaufen, in Strassencafés sitzen, ausgefallene Geschäfte bestaunen, in einer Taverne leckeres Souvlaki und Tsatziki essen, Ouzo trinken und nach Streetart jagen.

Das lebhafte Psyri liegt rund um den Plateia Iroon ("Heldenplatz"). In den umliegenden Straßen gibt es Lokale mit Mezze und Livemusik, darunter auch Rembetiko (griechischer Blues). Bars mit DJs bleiben bis spät in die Nacht geöffnet, ebenso Tavernen mit traditionellen Spezialitäten wie Fleischbällchen und griechischem Salat. In kleinen, oft mit Graffiti verzierten Kunsthandwerksgeschäften werden handgefertigte Ledertaschen, ausgefallene Mode und ungewöhnliche Wohnaccessoires verkauft. (Quelle: google)

Psirri

Am aller allerliebsten lasse ich mich in Psirri (man sieht auch die Schreibweise Psiri, Psyri oder Psyrri) einfach treiben. In den verwinkelten Gassen vergesse ich tatsächlich, in einer Grossstadt zu sein. Das Viertel lebt, pulsiert, hat Flair und bei jedem Spaziergang entdecke ich eine neue interessante Ecke. Irgendwo lese ich, Psirri sei schlampig und lebendig, diese Beschreibung gefällt mir gut.

Praktisch alle der unzähligen Restaurants haben Tische draussen aufgestellt, es ist ein Kommen und Gehen. Gegen Abend wird es voller, das Tagewerk ist vollbracht, es ist Zeit für den Aperitif. Mit einem Glas Wein und ein paar Oliven stösst man an auf das Leben. Man kommt zum sehen und gesehen werden.

Street-Art in Psirri

Psirri ist bunt, Streetart ist allgegenwärtig in diesem Teil von Athen, eigentlich ist jede Hauswand besprayt. Nicht alles ist schön und doch findet man überdurchschnittlich viele Kunstwerke.

Ladenschluss

Wenn es Nacht wird in Athen, dann hört man das Scheppern der Rolläden. Die Ladenbesitzer machen Kassensturz und schliessen hinter sich ab. Läuft man nun durch Psirri staunt das Auge, denn auf einmal entdeckt man Graffitis, wo tagsüber noch keine waren. Sobald die Geschäfte am Morgen öffnen und die Jalousien hochgezogen werden, sind sie wieder weg, die farbigen Motive.

Fassaden

Ins Auge stechen die grossen Wandbilder an den Hausfassaden. Einige davon stammen von INO, einem für diese Art der Kunst bekannter anonymer griechischer Künstler.

INO ist bekannt für seine herausragenden figurativen Wandbilder und die meist großformatigen Arbeiten. Seine Karriere begann er als Graffiti Künstler in den frühen 2000er Jahren und später entwickelte er im Laufe der Jahre einen unverwechselbaren Stil, der sich durch fragmentierte Formen, fotorealistische Elemente und Grauabstufungen mit hellblauen Reflexen auszeichnet. Seine auffälligen, stilisierten und großformatigen Werke beschäftigen sich oft mit den sozialen und politischen Themen der Menschen. (Quelle: graffiti-wiki.com)
Hoteltipp: Wunderbar schlafe ich im NLH Monastiraki. Das moderne Hotel ist geschmackvoll eingerichtet, punktet bei mir mit nettem Personal und besticht durch eine hervorragende Lage, 300 m vom Monastiraki Platz und U-Bahn entfernt und am Rand von Psirri. Nur das Frühstück kann ich nicht empfehlen, dieses wird von einem Caterer in einer Box angeliefert und verursacht einen unschönen Abfallberg.

Little Kook – im Kitschhimmel

Auf eine völlig andere Art farbig ist das Little Kook, ein von Märchen inspiriertes Café. Kitschiger geht es nimmer, doch wer auf rosa Plastikblümchen, bunte Schirmchen, zuckersüsse Desserts und kostümierte Kellner/innen steht, der wird sich wie im Paradies fühlen.

Abstecher: Cocktail mit Aussicht

Das A for Athens ist eine hippe Rooftop-Bar beim Monastiraki Platz. Der Blick auf den Platz und die Akropolis ist atemberaubend, ganz besonders mit einem leckeren Drink in der Hand.
Meine Griechenland Triologie: 
Athen - Santorini - Naxos

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9 Kommentare zu “Psirri – hip und bunt in Athen”

    1. Danke für den Tipp. Das war leider nur ein kurzer Schnupper-Trip und ich bin wieder daheim. Aber Griechenland ist zum Glück nicht so weit weg, da kann man immer mal wieder hin, es gäbe noch so viel zu entdecken.

  1. Einfach am Morgen früh auf die Akropolis, wenig Menschen und vernünftige Temperatur! Mindestens einmal im Leben sollte man dort gewesen sein. Geniesst es!

    1. Danke. Die Akropolis mache ich definitiv mal noch, wenn ich nicht gerade an Ostern in Athen bin. Wobei in Griechenland noch gar nicht Ostern war, aber das ist dann eine andere Geschichte.

      1. Leider erhältst du als nicht-EU-Bürgerin keinen EU-Rabatt, so streng sind die Sitten!

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