St. Gallen, die Sternenstadt

Eher spontan reise ich an einem Freitag im nebligen November mit einer Freundin nach St. Gallen. Eigentlich wären wir gerade zusammen in Mexiko. Aber wie es so ist im 2020, es hat nicht sollen sein. Nur scheint meine Kantonshauptstadt Nummer 14 nicht gerne Ersatz zu sein, sie ist etwas beleidigt, es läuft nicht alles wie geplant.

Bierflaschenmuseum

Zu Beginn ist alles im grünen Bereich, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir machen einen Abstecher ins Bierflaschenmuseum. Was es nicht alles gibt!

Das Bierflaschenmuseum der Brauerei Schützengarten zeigt die eindrückliche Sammlung mit über 3000 Bierflaschen aus 260 verschiedenen Schweizer Brauereien.
(Quelle: Schützengarten)

Die kleine Ausstellung ist interessant. Hast du gewusst, wann das Flaschenpfand eingeführt wurde? Ich auch nicht. Anscheinend 1907 mit 10 Rappen. Da dies nicht die gewünschte Wirkung erzielt hat, erfolgte 1918 eine Erhöhung auf 30 Rappen.

Spannend sind auch die Informationen zu den Flaschenfarben oder das Beispiel einer Flasche mit einem Schreibfehler.


Stadtführung – Engel gibts nicht nur im Himmel

Unsichtbare und sichtbare Boten des Himmels – auch Schutzengel – begleiten Sie auf diesem besonderen Stadtrundgang. Sie bekommen Einblick an Orte, die Ihnen sonst vielleicht verborgen geblieben wären und hören Geschichten von und über Engel im Bezug auf die Stadt.
(Quelle: st.gallen-bodensee.ch)

Auf diese besondere Stadtführung haben wir uns so gefreut, was für ein schönes Thema in der Vorweihnachtszeit. Aber leider wird der Rundgang kurzfristig abgesagt, es finden sich nicht genügend Teilnehmer. Wir plaudern kurz mit der ebenfalls enttäuschten Stadtführerin. Sie erzählt uns, dass sie bei einer Engel-Führung im letzten Jahr ausgerechnet vor der Schutzengelkapelle verunfallt ist.

Reise nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann (Mutter Teresa)

So bleibt der Weisse Engel auf dem Bier das einzige himmlische Wesen, das mir in St. Gallen begegnet.


Stadtlounge

Wie cool ist das denn? Ein knallroter Platz mitten in der Stadt, das grösste Outdoor-Wohnzimmer der Schweiz. Wer schon immer mal über einen roten Teppich laufen wollte, hier ist die Gelegenheit.


Sternenzauber

Eine schöne Überraschung ist die Weihnachtsbeleuchtung in St. Gallen. Wir lassen uns verzaubern und tauchen ein in das Lichter-Sternen-Meer. In der Kirche St. Laurenzen gäbe es Musik zum Advent, leider passt es für uns zeitlich nicht.

Jedes Jahr zur Adventszeit verwandelt sich die Stadt St. Gallen in ein Meer aus über 600 Sternen. Sie funkeln und tanzen in einer eigens für die Schweizer Sternenstadt erdachten Lichtchoreografie und tauchen die St. Galler Altstadt mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Stiftsbezirk in weihnachtlich festlichen Glanz. (Quelle: sternenstadt.ch)

AllerStern

AllerStern – die Kurzform von «St.Galler Stern» – ist das Basiselement der Weihnachtsbeleuchtung für die Stadt St.Gallen. Er ist Symbol für Weihnachten und zugleich ein modernes Wahrzeichen für die Stadt. Die Verbindung zwischen Stern und Stadt wird durch die Strahlen deutlich: Jeder der vierzehn Strahlen steht für eines der vierzehn Stadtquartiere. AllerStern vereint sie symbolisch zu einem Ganzen und steht für eine gemeinsame, positive Ausstrahlung.
(Quelle: sternenstadt.ch)


November Nebel

Ein sehr kurzer Abstecher führt uns mit der Mühleggbahn ins Naherholungsgebiet Drei Weiern. Um dem Nebel zu entfliehen, reicht es allerdings nicht. Im Gegenteil, es ist oben dermassen grau in grau, dass wir gleich mit der nächsten Bahn wieder zurück in die Stadt fahren.


wunderbar nächtigen wir im Hotel Weissenstein. Super Lage in der Nähe vom Bahnhof und am Rand der Altstadt.


Tres Amigos St. Gallen

aus gegebenem Anlass essen wir beim Mexikaner. Die Margaritas schmecken lecker und die Fajitas sind eine gute Wahl.


Ich denke für St. Gallen brauche ich einen zweiten Anlauf, wenn das Wetter etwas freundlicher und die Stiftsbibliothek  geöffnet ist, da war ich nämlich auch noch nie. Oder ich buche die Treppenführung. St.Gallen ist mit rund 13’000 Treppenstufen DIE „Stägestadt“ der Schweiz. Dann esse ich auch bestimmt eine Bratwurst – ohne Senf versteht sich, den mag ich sowieso nicht.

Trotz Nebel und ohne Engel habe ich zauberhafte Stunden in der Stadt verbracht.

PS: Sogar die Sonne haben wir schlussendlich gefunden. Wir sind in die Appenzeller Bahn gestiegen und nach Gais gefahren.


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