Ski Nordamerika – Powder Dreams

Ski Nordamerika Titelbild

Was zum Teufel macht ihr hier? Ihr habt doch selber Schnee und Berge in der Schweiz. Nun, das könnte man auch all die Amerikaner fragen, die in Zermatt und St. Moritz über die Pisten flitzen. Über einen Ozean fliegen, um Ski zu fahren? Zugegeben, etwas verrückt ist es schon, aber das passt zu mir und es ist tatsächlich wahr, Schnee ist in USA/Canada nicht einfach Schnee, sondern Champagner Powder!

Ski Nordamerika

Ski Urlaub in Nordamerika – nur für Könner?

Ich habe es nicht nur einmal getan, nein, ich bin Wiederholungstäterin, es besteht also ein gewisses Suchtpotenzial. Allerdings ist mein letzter Übersee Skiurlaub schon ein paar Jahre her.

Seit meiner Kindheit fahre ich gerne Ski, würde mich aber nicht als besonders talentierte Skifahrerin bezeichnen. Zwar stehe ich sicher auf den Latten und komme überall hinunter, besonders elegant sieht das nicht immer aus, wie das Foto unten beweist. Ich kann auch überhaupt nicht gut Tiefschnee fahren, doch es ist nicht nur ein Gerücht, der Schnee ist in Amerika tatsächlich anders als bei uns, locker flockig, der berühmte powder eben.

Wichtiger als eine perfekte Technik ist der Spass an der Sache. Ein Skiurlaub in Nordamerika ist nicht nur etwas für Profis, wer gerne Ski fährt, kommt bestimmt auf seine Kosten.

Cool-As-A-Moose

Für mich sind es, abgesehen vom fluffigen Schnee, vor allem folgende Dinge, die einen Ski Urlaub in Nordamerika unvergesslich machen:

  • Nicht präparierte Pisten: Schneit es in der Schweiz, werden sofort alle Abfahrten flach gewalzt. In Nordamerika ist es anders, da sind die Pistenfahrzeuge nicht überall unterwegs, viele Runs werden bewusst belassen, wie sie sind. So ist Neuschneespass garantiert, und dazu muss man nicht einmal besonders früh aufstehen.
  • Platz: Ist man bei uns auf schmalen Bahnen ständig auf Kollisionskurs mit anderen Skifahrer, gibt es in Nordamerika mehr als genug Bewegungsfreiheit, da hat man dann auch mal eine Piste für sich. Es gibt zwar Pistenmarkierungen, doch überall, wo nicht abgesperrt ist, darf gefahren werden. Gedrängelt wird am Lift schon gar nicht, niemand fährt dir absichtlich über die Ski, das geht alles sehr gesittet von statten.
  • Bowls: Manchmal muss man einen kleinen Fussmarsch in Kauf nehmen, doch als Belohnung wartet ein unglaubliches Skivergnügen. Bowls sind natürliche Gebirgseinschnitte, die komplett zugänglich sind. Meist also riesige Flächen in wunderbarer Landschaft. Markierungen weisen die Richtung, seinen Weg sucht man sich selbst. Die Bowls werden nicht präpariert, sind jedoch lawinengesichert und werden kontrolliert.
  • Tree-Skiing: In Nordamerika darf man an vielen Orten quer durch Wälder kurven, die werden dafür im Sommer extra von Unterholz und Büschen befreit. Es macht so viel Spass, um die Bäume zu zirkeln und oft hat es in diesen Abschnitten extrem viel Schnee. Bei einem Sturz versinkt man schon mal tief, fällt aber wenigstens weich und muss schauen, dass man sich aus den Schneemassen wieder befreien kann.
Auf die richtig guten Skifahrer warten Double Diamonds, also doppelschwarze Pisten.  Immer unpräpariert und  in schwierigem, oft steilem Gelände. Also ich nehme da dann lieber die Umfahrung.
Double Diamond

Ski Utah – Greatest Snow On Earth (USA)

Besonders gut gefallen hat mir meine Skisafari im Bundesstaat Utah. Flug nach Salt Lake City, Mietauto, ein überraschend günstiges Hotel in der City und schon ist ein erschwinglicher Skiurlaub perfekt. Die Stadt ist unter anderem für den Temple Square bekannt, dem Hauptsitz der Mormonen.

Gleich 7 Skigebiete sind innerhalb von 35 Minuten von Salt Lake City aus zu erreichen, so zum Beispiel Park City, Alta, Snowbird oder Deer Valley. Für Schnäppchenjäger lohnt sich ein Abstecher ins Outlets Park City und die Sportfans besuchen den Utah Olympic Park, der für die Winterspiele 2002 gebaut wurde.

Fun Facts Utah

Inzwischen hat sich vermutlich (oder hoffentlich) einiges geändert!

  • Sessellifte verfügen oft über keine Sicherheitsbügel oder wenn sie vorhanden sind, werden sie nicht geschlossen. Erklären kann ich mir das nicht. Auch sind Sessel mit einer Haube eher selten, meist ist man also der Witterung voll ausgesetzt.
  • Veraltete Ticketsysteme: In einem der beliebtesten Skigebiete der USA wird unsere Tageskarte tatsächlich mit einer Lochzange entwertet.
  • Die miteinander verbundenen Skigebiete Alta und Snowbird bieten kein gemeinsames Ticket an. Entweder bezahlt man doppelt oder beschränkt sich auf eines der beiden Gebiete.
  • Frohes Basteln ist angesagt bei Ski-Tageskarten in Snowbird (siehe Video)
  • In einigen Bäumen hängen Büstenhalter, rosafarbene Slips und bunte Kettchen
  • In Alta bekommt das Wort Skigebiet eine neue, wörtliche Bedeutung: Snowboarder sind nicht zugelassen!

Banff -Rocky Mountains (Kanada)

Banff ist der perfekte Ausgangspunkt, um Skigebiete wie Lake Louise, Sunshine oder das kleine Mount Norquay zu entdecken. Der Ferienort in der Provinz Alberta liegt im Banff National Park und ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein quirliger Ort und ein Touristenmagnet. Variantenreiches Terrain kombiniert mit unendlicher Weite und unberührter Wildnis, einfach ein Traum.

Ein ganz besonderes Vergnügen nach einem Tag im Schnee ist das Bad in den heissen Quellen von Upper Hot Springs oder eine Fahrt an den Lake Louise, mit einem Mietwagen ist man flexibel.


Whistler (Kanada)

Whistler (British Columbia) ist ganz klar meine Lieblingsdestination für Ski Urlaub in Nordamerika. Alles ist nahe beieinander, die Talstationen der beiden Gondeln befinden sich mitten im Dorf. Zudem ist das Skigebiet ab Vancouver sehr einfach und schnell zu erreichen.

Das Olympia-Skigebiet Whistler Blackcomb besteht aus zwei Bergen, dem Whistler Mountain und dem Blackcomb Mountain. Die beiden Berge sind durch die Peak 2 Peak Gondola (3-Seil-Umlaufbahn) miteinander verbunden. Das größte Wintersportgebiet in Kanada bietet zum Skifahren Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade und einen lebendigen Ort, der keine Wünsche offen lässt. (Quelle: skiresort.ch)

Die Nähe zum Pazifik bezahlt man mit nicht ganz so viel Sonnenschein und der Schnee ist etwas weniger leicht als in anderen Regionen. Schönwetter-Skifahrer brauchen daher Wetterglück. Doch irgendwoher müssen die Schneemengen ja kommen.

Ausgerechnet am „7th heaven Lift“ erlebe ich einen sehr speziellen Moment auf der Piste. Eine Windböe hüllt auf einen Schlag alles in Nebel und verschluckt jedes Geräusch. Für einige Minuten fühle ich mich wirklich wie im Himmel, es gibt nur noch mich und eine weisse unheimliche Stille. So schnell der Spuk gekommen ist, ebenso rasch ist er wieder vorbei, der Nebel verzieht sich und ich stürze mich jauchzend in die nächste Tiefschneeabfahrt.

Die guten Geister in Whistler:

  • Lifties: Immer mit einem frechen Spruch auf den Lippen scannen sie Skipässe und laden Skis in die Gondel. Sie stellen den Betrieb der Liftanlagen sicher.
  • Mountain Host: Die Gästebetreuer arbeiten ehrenamtlich, verteilen Pistenpläne und gute Ratschläge. Zudem bieten sie kostenlose Erkundungstouren an.
  • Ski Patrol: Führt Lawinensprengungen aus, kontrolliert Absperrungen und kümmert sich um die Verletzten. Rettungshelikopter habe ich nie gesehen, da wird alles mit Schlitten abtransportiert.
  • Mountain Safety: Macht Jagd auf Raser und Rowdys und zieht in krassen Fällen gleich den Skipass ein.
Skipisten haben fantasievolle Namen: Freefall, Forget-Me-Not, Ecstasy, Afterburner sind eher for experts. Einfachere Abfahrten heissen zum Beispiel short & sweet, Sunshine Coast oder chritsmas tree. 

Not really cool

Ganz eindeutig fehlt in Nordamerika die „Alpenromantik“. Gemütliche Hütten mitten auf der Piste mit Älplermagronen , Schümli-Pflümli und Hudigäggeler sucht man vergebens.

Die amerikanischen Bergrestaurants sind (mit wenigen Ausnahmen) gesichtslose Kantinen und zur Mittagszeit unvorstellbar voll, laut und dreckig. Für eine Kaffeepause oder einen WC-Stopp sind sie aber prima. Zudem gibt es überall gratis Trinkwasser.

Après Ski habe ich in Whistler angetroffen, allerdings nicht auf der Piste, sondern im Dorf. Auf der Terrasse vom Longhorn Saloon, direkt bei der Talstation der beiden Gondeln, geht am Nachmittag schon mal die Post ab, inklusive Livemusik. In den Pistenrestaurants hingegen werden meist gegen 15.00 Uhr die Stühle hochgestellt.


Stopover

Skiurlaub in Nordamerika lässt sich wunderbar mit dem Besuch einer Stadt verbinden. Vancouver, Calgary, Toronto, vieles ist möglich und abhängig von den Flugverbindungen. Wer es besonders verrückt mag, hängt einen Aufenthalt auf Hawaii an! (Hawaii – Das Leben ist besser am Strand)

Und mein persönlicher Tipp, schau dir einen Match der NHL (National Hockey League) an. Auch Eishockey ist nicht gleich Eishockey und in Nordamerika definitiv ein anderes Erlebnis als bei uns – it’s show time!

Attraktive Angebote für einen Skiurlaub in Nordamerika gibt es bei Canusa oder Knecht Reisen.


Zum Schluss noch ein paar bewegte Bilder:

Keine Zeitlupe – ich fahre so langsam!

PS: Ski Ausrüstung in USA/Canada mieten oder mitnehmen? Ich habe beides ausprobiert, ein entscheidender Faktor sind sicher die Gebühren der Fluggesellschaft für Sportgepäck. Mit einer Mietausrüstung hast du garantiert das perfekte Material, abgestimmt auf die Pisten- und Schneeverhältnisse. Schuhe und Helm habe ich immer von zu Hause mitgenommen.

Auf Heli-Skiing habe ich bisher verzichtet - nicht nur, aber auch aus finanziellen Gründen. 

2 Kommentare zu “Ski Nordamerika – Powder Dreams”

Kommentar verfassen