(K)eine TV-Karriere in Südkorea

Tatsächlich habe ich es in Südkorea einmal ins Fernsehen geschafft. Wie doof ich mich dabei angestellt habe, erzähle ich dir heute in einer Geschichte von unterwegs.

Hahoe Village

Auf meiner Reise mit einer Freundin durch Südkorea steht eine Übernachtung im Hahoe Village (UNESCO World Heritage) auf dem Programm. Es handelt sich um ein bewohntes Museumsdorf mit einem Guesthouse. Voller Spannung steigen wir aus dem Bus.

Die Unterkunft ist ein Bijou, ein über 200 Jahre altes Haus, traditionell eingerichtet, eingebettet in eine zauberhafte Landschaft. Wie üblich in Südkorea schlafen wir am Boden, dank Bodenheizung und dicken Decken ist es wunderbar kuschelig und warm.

Vorsicht Kamera

Soweit ich mich erinnere, sind wir die einzigen Gäste und irgendwann sind alle Tagesausflügler auf dem Heimweg. Wir geniessen die paradiesische Ruhe sowie die faszinierende Stimmung und dann passiert es, ein koreanisches Fernsehteam stört abrupt die Idylle. Völlig überrumpelt lassen wir uns auf ein Interview ein. Dazu ist zu sagen, dass ich nie richtig Englisch gelernt habe. Meine Kenntnisse reichen zwar aus, um mehr oder weniger problemlos durch die Welt zu reisen. Mein Swiss-Englisch tönt fürchterlich, das lässt sich nicht beschönigen. Bei meiner Reisebegleiterin sieht die Situation nicht besser aus.

Nun, wir lassen sinnloses Geplapper vom Stapel, ausser „very nice“ und „we like it“ fällt uns nicht viel ein. Zusätzlich erschwerend ist, dass ich überhaupt nicht gerne vor einer Kamera stehe, selbst in meiner Muttersprache keine grosse Rednerin bin und mich so völlig unvorbereitet in dieser Situation ganz und gar nicht wohl fühle.

Aber was solls, uns kennt zum Glück hier niemand und irgendwann rauschen die Jungs mit ihrem Equipment wieder ab. Wir atmen auf und nur ein Gewitter stört anschliessend noch die Nachtruhe. In meinen nächtlichen Träumen schwebe ich bestimmt als koreanisches Show-Girl über einen roten Teppich.

Der Morgen danach

Ausgeschlafen machen wir uns auf den Weg zum Frühstück. Wie immer warten viele kleine Schälchen auf uns, gefüllt mit allerlei uns Unbekanntem. Wirklich anfreunden kann ich mich nicht mit dieser Art von Frühstück, ich bin am Morgen Team Nutella. Doch wir sind in Korea und da wäre in einem so traditionellen Haus alles andere als die lokale Variante eine Enttäuschung.

Ach du Schreck, wie von Geisterhand erscheint das lästige Kamera-Team wieder auf der Bildfläche. Mit verschlafenem Gesicht und ungeschminkt geben wir erneut Auskunft. Leider hat sich unser englischer Wortschatz über Nacht nicht wirklich erweitert und mir liegt Schreiben definitiv besser als Reden. Sorry, liebe Schweiz, da haben wir dir, liebes Heimatland, wohl keine grosse Ehre erwiesen.

Der Chef der Crew steckt uns zum Abschied seine Visitenkarte zu. Auf wundersame Weise geht diese im weiteren Verlauf der Reise im Gepäck meiner Freundin verloren. So erfahren wir nie, auf welchem Sender wir uns blamiert haben. Auch wissen wir nicht, ob unser peinlicher Auftritt überhaupt jemals ausgestrahlt wurde.

Das also war der Anfang und gleichzeitig das Ende m(einer) TV-Karriere in Südkorea. Im Land der Morgenstille werde ich in Zukunft besser still bleiben, besonders wenn Kameras in der Nähe sind.

Korea ist ein tolles Reiseziel und absolut empfehlenswert.
Individuell organisiert hat uns die Reise Sivali Tour.

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