Venedig – abseits von Markusplatz und Dogenpalast

Canal Grande

In Venedig war ich tatsächlich schon oft und doch noch nie richtig. Meist nur für ein paar Stunden, als Tagesausflug von irgendwelchen Strandferien an der Adria. Wenn nicht jetzt, wann dann? Hier ein paar Eindrücke von meinem ganz persönlichen Venedig, abseits von Markusplatz und Dogenpalast.

ACTV Tickets (vaporetto): In der Stadt ist grundsätzlich alles gut zu Fuss erreichbar. Wer Ausflüge plant auf die umliegenden Inseln, benötigt Tickets für den Wasserbus. Bei einem Preis von 7,50 Euro für eine Einzelfahrt lohnt sich schnell mal eine Tages- oder Mehrtageskarte. Das ACTV Ticket gilt zum Beispiel für Fahrten nach Murano, Burano, Torcello oder auch für die Buslinie 11 nach Chioggia.

Fondaco dei Tedeschi

Das Luxus-Kaufhaus befindet sich direkt neben der Rialtobrücke. Shopping interessiert mich nicht die Bohne, doch das Gebäude finde ich zauberhaft. Das Tüpfchen auf dem i ist die Aussichtsterrasse auf dem Dach. Der Blick auf den Canal Grande ist unbezahlbar und kostet nicht einmal etwas. Allerdings sollte man sich vorgängig einen Zeit-Slot reservieren.


Scala Contarini del Bòvolo

In einem kleinen Hof versteckt sich dieses Juwel, auch hier bietet sich ein toller Blick von oben über die Dächer der Stadt. Die schöne Wendeltreppe diente schon oft als Filmkulisse. Tickets können reserviert werden, bei mir hat es auch spontan geklappt.


Libreria Acqua Alta

Schon längst kein Geheimtipp mehr, jedoch ein „must see“ für alle Leseratten und Bücherwürmer ist die Libreria Acqua Alta. Alles wirkt etwas chaotisch in dem kleinen Geschäft, die meisten Bücher stapeln sich nicht in Regalen, sondern in Badewannen, Kanus, Fässern oder einer Gondel. Offenbar wird der Buchladen tatsächlich immer mal wieder von dem berühmten Hochwasser (acqua alta) heimgesucht und die ungewöhnliche Aufbewahrung soll helfen, alles trocken zu halten.


Uferweg Celestia – Bacini

Kaum bekannt ist dieser Spaziergang zwischen zwei Schiffanlegestellen. Der Start (Celestia) ist in einer eher vernachlässigten Gegend in Castello und der Weg zieht sich entlang der Mauer der alten Arsenale Werft immer direkt am Wasser.


Ragazza azzurra

wegen Streetart reist vermutlich niemand nach Venedig, umso mehr habe ich mich über das blaue Mädchen an einer Wand in der Nähe der Rialtobrücke (Salizada San Giovanni Grisostomo) gefreut. Das Werk ist von Bronik, einem peruanischen Künstler. Man beachte die kleine Gondel auf dem Rücken der ragazza.

…und dann hab ich noch zufällig einen Banksy entdeckt, irgendwo in Dorsoduro.


Giardino della Marinaressa

In der Nähe vom Markusplatz, an der Uferpromenade zwischen den Schiffstationen Arsenal und Giardini, lädt ein kleiner Park mit Skulpturen zu einer Rast ein.


Ziellos umherschlendern

Am schönsten ist es, sich in Venedig einfach planlos treiben und den Blick schweifen zu lassen. Es gibt so unglaublich viel zu entdecken. Zwischendurch setzt man sich in ein Café auf einem der unzähligen Plätze neben einer der unzähligen Kirchen und bestellt sich einen Spritz oder trinkt einen Espresso im Stehen an der Bar. Zum Essen locken in den verwinkelten Gassen viele Restaurants mit oft nur 2-3 kleinen Tischen draussen. Schön sitzt man auch an einem der Kanäle in Cannaregio.


Hoteltipp

Wer sich etwas Schönes gönnen mag, ist im H10 Palazzo Canova gut aufgehoben.

Super zentral, direkt am Canal Grande, nur wenige Schritte von der Rialtobrücke entfernt.

Die Rooftop Bar bietet eine atemberaubende Aussicht.


Lido

Sandstrand, Badekabinen und bunte Sonnenschirme. Wer Strandfeeling mag, sollte unbedingt für ein paar Stunden ans Lido flüchten. Man kann bummeln, Eis essen und spazieren. Wer rasch ins Meer hüpfen möchte (und keinen Liegestuhl und Sonnenschirm braucht) tut dies wohl am besten am „spiaggia libera“.


Burano

Bestimmt ein Klassiker, doch die farbigen Häuser sind einfach hübsch anzuschauen.

Der Legende nach war es eine Idee der Fischer, die Häuser in verschiedenen Farben zu streichen, damit diese im dichten Nebel von der See aus besser zu erkennen sind.


Mazzorbo

Mazzorbo ist über eine Brücke mit Burano verbunden, hat aber auch eine eigene Schiffanlegestelle.

Es ist eine Oase der Ruhe, hübsch für einen Spaziergang und nett für ein Mittagessen abseits vom Trubel.


Torcello

Nur eine kurze Bootsfahrt entfernt von Burano findet man ein kleines Paradies.

Angeblich sitzt auf der pittoresken Brücke (ohne Geländer) in der Nacht des Heiligen Abends der Teufel in Gestalt einer schwarzen Katze und holt sich die Seele eines verstorbenen Kindes.


Chioggia

Abwechslungsreich ist die Fahrt nach Chioggia. Mit dem vaporetto zum Lido und anschliessend mit dem Bus Nummer 11 nach Pellestrina. Je nach Tageszeit fährt der Bus unterwegs auf eine Fähre oder man unterbricht die Busfahrt mit einer Schifffahrt. Das letzte Stück ab Pellestra ist dann auf jeden Fall nochmals eine Fahrt im vaporetto.

Chioggia wird oft Klein-Venedig genannt und ist eine nette Abwechslung.


Punta Sabbioni

Der Ort liegt auf einer Landzunge, die von Strandhotels und vor allem Campingplätzen (Cavallino, Jesolo) überzogen ist.

Vom Bootsanleger kann man zu Fuss den Leuchtturm erreichen. Der Weg dahin ist jedoch nicht besonders schön, zieht sich und man ist der prallen Sonne ausgesetzt. Doch einmal angekommen wartet Strandfeeling und eine typische „Beachbar“.


Natürlich gibt es noch diverse weitere Inseln und Inselchen zu entdecken. Ich hoffe sehr, die Stadt findet einen Weg, dem Übertourismus in Zukunft irgendwie Einhalt zu gebieten.

Bella Italia! Hier findest du alle meine Beiträge mit Bezug zu Italien.

4 Kommentare zu “Venedig – abseits von Markusplatz und Dogenpalast”

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