Venedig – abseits von Markusplatz und Dogenpalast

Canal Grande

In Venedig war ich tatsächlich schon oft und doch noch nie richtig. Meist nur für ein paar Stunden, als Tagesausflug von irgendwelchen Strandferien an der Adria. Wenn nicht jetzt, wann dann? Hier ein paar Eindrücke von meinem ganz persönlichen Venedig, abseits von Markusplatz und Dogenpalast.

Hinweis: Die Bilder und Geschichten stammen von einer Reise im Juni 2021 sowie einem zweiten Besuch im März 2022. Venedig geht eben immer wieder.

ACTV Tickets (vaporetto): In der Stadt ist grundsätzlich alles gut zu Fuss erreichbar. Wer Ausflüge plant auf die umliegenden Inseln, benötigt Tickets für den Wasserbus. Bei einem Preis von 7,50 Euro für eine Einzelfahrt lohnt sich schnell mal eine Tages- oder Mehrtageskarte. 

Das ACTV Ticket gilt zum Beispiel auch für Fahrten nach Murano, Burano, Torcello und die Buslinie 11 nach Chioggia.

Fondaco dei Tedeschi

Das Luxus-Kaufhaus befindet sich direkt neben der Rialtobrücke. Shopping interessiert mich nicht die Bohne, doch das Gebäude finde ich zauberhaft. Das Tüpfchen auf dem i ist die Aussichtsterrasse auf dem Dach. Der Blick auf den Canal Grande ist unbezahlbar und kostet nicht einmal etwas. Allerdings sollte man sich vorgängig einen Zeit-Slot reservieren.


Scala Contarini del Bòvolo

In einem kleinen Hof versteckt sich dieses Juwel, auch hier bietet sich ein toller Blick von oben über die Dächer der Stadt. Die schöne Wendeltreppe diente schon oft als Filmkulisse. Tickets können reserviert werden, bei mir hat es auch spontan geklappt.


Libreria Acqua Alta

Schon längst kein Geheimtipp mehr, jedoch ein „must see“ für alle Leseratten und Bücherwürmer ist die Libreria Acqua Alta. Alles wirkt etwas chaotisch in dem kleinen Geschäft, die meisten Bücher stapeln sich nicht in Regalen, sondern in Badewannen, Kanus, Fässern oder einer Gondel. Offenbar wird der Buchladen tatsächlich immer mal wieder von dem berühmten Hochwasser (acqua alta) heimgesucht und die ungewöhnliche Aufbewahrung soll helfen, alles trocken zu halten.


Uferweg Celestia – Bacini

Kaum bekannt ist dieser Spaziergang zwischen zwei Schiffsanlegestellen. Der Start (Celestia) ist in einer eher vernachlässigten Gegend in Castello und der Weg zieht sich entlang der Mauer der alten Arsenale Werft immer direkt am Wasser.


(Street-) Art

Wegen Streetart reist niemand nach Venedig, umso mehr habe ich mich über das blaue Mädchen an einer Wand in der Nähe der Rialtobrücke (Salizada San Giovanni Grisostomo) gefreut. Das Werk ist von Bronik, einem peruanischen Künstler. Man beachte die kleine Gondel auf dem Rücken der ragazza.

…und einen Banksy, irgendwo in Dorsoduro.

…und einen „Blub“, den ich aus Florenz kenne

Dank der zweijährlich stattfindenden Biennale ist Kunst ein grosses Thema in Venedig und man stösst überall in der Stadt auf Spuren davon. Einfach Augen offen halten.

Giardino della Marinaressa

In der Nähe vom Markusplatz, an der Uferpromenade zwischen den Schiffstationen Arsenal und Giardini, lädt ein kleiner Park mit Skulpturen zu einer Rast ein.

Update 2022: bei meinem Besuch im März 2022 gibt es im Park keine Skulpturen mehr zu bestaunen. Am besten also einfach auf gut Glück vorbeischauen.

Ziellos umherschlendern

Am schönsten ist es, sich in Venedig einfach planlos treiben und den Blick schweifen zu lassen. Es gibt so unglaublich viel zu entdecken. Zwischendurch setzt man sich in ein Café auf einem der unzähligen Plätze neben einer der unzähligen Kirchen und bestellt sich einen Spritz oder trinkt einen Espresso im Stehen an der Bar. Zum Essen locken in den verwinkelten Gassen viele Restaurants mit oft nur 2-3 kleinen Tischen draussen. Schön sitzt man auch an einem der Kanäle in Cannaregio.


Musica a Palazzo (Wohnzimmeroper)

Im Palazzo Barbarigo Minotto, direkt am Canal Grande, wird mehrmals pro Woche eine Oper aufgeführt. Das Besondere daran: Jeder Akt der Oper spielt in einem anderen Salon des Palastes, als Zuschauer ist man mittendrin im Geschehen. Für die Vorstellung kauft man kein Ticket sondern erwirbt eine Mitgliedschaft im Kulturverein. Ein unglaubliches Erlebnis, das ich nur empfehlen kann.


Kaffeepause im Giardini Reali

Was wäre Italien ohne einen Espresso mit einem Brioche, so eine süsse Kaffeepause gehört dazu. Ein besonders schöner Ort dafür ist das Illy Caffé im Giardini Reali, also gleich neben dem Markusplatz. Auf der Terrasse geniesst man einen Moment der Ruhe.


Osteria da Poggi (glutenfrei essen)

Was wäre Italien ohne Pizza und Pasta? Für Menschen mit gewissen Unverträglichkeiten ist das allerdings gar nicht so einfach. Bei der Suche nach einem Restaurant mit glutenfreien Speisen (für meine Begleiterin) stossen wir auf das Poggi – und sind gleich verliebt in das kleine bunte Lokal. Ein Juwel mitten im geschäftigen Cannaregio mit super netten Menschen und leckerem Essen.

Für glutenfreie Pizza ist das Ristorante da Alvise eine gute Option. Die Lage am Fondamenta Nove, mit einer Terrasse direkt am Wasser, ist ein Traum und die "Mafiatorte" schmeckt sowohl in der klassischen als auch in der glutenfreien Variante.

Hoteltipp

Hotel

Wer sich etwas Schönes gönnen mag, ist im H10 Palazzo Canova gut aufgehoben.

Super zentral, direkt am Canal Grande, nur wenige Schritte von der Rialtobrücke entfernt.

Die Rooftop Bar bietet eine atemberaubende Aussicht.


Ausflüge

Lido

Sandstrand, Badekabinen und bunte Sonnenschirme. Wer Strandfeeling mag, sollte für ein paar Stunden ans Lido fahren. Man kann bummeln, Eis essen und spazieren. Wer rasch ins Meer hüpfen möchte (und keinen Liegestuhl und Sonnenschirm braucht) tut dies wohl am besten am „spiaggia libera“.


Burano

Bestimmt ein Klassiker, doch die farbigen Häuser sind einfach hübsch anzuschauen.

Der Legende nach war es eine Idee der Fischer, die Häuser in verschiedenen Farben zu streichen, damit diese im dichten Nebel von der See aus besser zu erkennen sind.


Mazzorbo

Mazzorbo ist über eine Brücke mit Burano verbunden, hat aber auch eine eigene Schiffsanlegestelle.

Es ist eine Oase der Ruhe, hübsch für einen Spaziergang und nett für ein Mittagessen abseits vom Trubel.


Torcello

Nur eine kurze Bootsfahrt entfernt von Burano findet man ein kleines Paradies.

Angeblich sitzt auf der pittoresken Brücke (ohne Geländer) in der Nacht des Heiligen Abends der Teufel in Gestalt einer schwarzen Katze und holt sich die Seele eines verstorbenen Kindes.


Murano

Murano ist bekannt für die Tradition der Glasherstellung und vermutlich die beliebteste der Inseln rund um Venedig.

Die Überfahrt dauert nur etwa 20 Minuten und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.


Chioggia / Sottomarina

Abwechslungsreich ist die Fahrt nach Chioggia. Mit dem vaporetto zum Lido und anschliessend mit dem Bus Nummer 11 nach Pellestrina. Je nach Verbindung fährt der Bus auf die Fähre oder man geht zu Fuss auf die Fähre und steigt in einen neuen Bus. Das letzte Stück ist dann nochmals eine Fahrt im vaporetto.

Chioggia grenzt an Sottomarina mit seinen langen Sandstränden. Den Ausflug nach Chioggia kann man also wunderbar mit einem Lunch am Strand verbinden.


Punta Sabbioni

Der Ort liegt auf einer Landzunge, die von Strandhotels und vor allem Campingplätzen (Cavallino, Jesolo) überzogen ist.

Vom Bootsanleger kann man zu Fuss den Leuchtturm erreichen. Der Weg dahin ist jedoch nicht besonders schön, zieht sich und man ist der prallen Sonne ausgesetzt. Doch einmal angekommen wartet Strandfeeling und eine typische „Beachbar“.

Ganz in der Nähe der Schiffsanlegestelle findet man einen Fahrrad-Verleih und kann für 10 EURO den ganzen Tag die Gegend wunderbar auf zwei Rädern erkunden.


Natürlich gibt es noch diverse weitere Inseln und Inselchen zu entdecken. Ich hoffe sehr, die Stadt findet einen Weg, dem Übertourismus in Zukunft irgendwie Einhalt zu gebieten.


Bella Italia! Hier findest du alle meine Beiträge mit Bezug zu Italien.

Anreise

Mit dem Zug ohne Umsteigen von Zürich nach Venedig. Bequemer geht es nicht!

6 Kommentare zu “Venedig – abseits von Markusplatz und Dogenpalast”

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